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01.11.2009, 19:01 #1flocked
Das Haus als Akteur und Ort im Horrorfilm
das ist nicht nur mein erster Beitrag in diesem Forum, sondern für mich auch ein ganz wichtiger
ich schreibe nämlich an einer Hausarbeit zu dem Thema
"Das Haus als Akteur und Ort im Film"
und würde mich über eure Hilfe freuen. Es geht im Speziellen um das Haus(Keine Schlösser oder ähnliches) im Horrorfilm und ich werde Filme analysieren, in denen das Haus natürlich eine wichtige Rolle spielt.
Es wäre schön, wenn wir über das Thema eine Diskussion anfangen könnten. Die für mich wichtigen Fragen wären:
0.) Was für Häuser sind es meistens, die für diese Horrorfilme benutzt werden(Architektur)? Wie sehen sie im Genauen aus? (Symmetrie etc.)
1.) Wie wird das Haus dargestellt? (Kameraeinstellung, Licht etc.)
2.) Durch welche Mittel wird die Angst, das Unheimliche in diesen Häusern erzeugt? (Musik etc.)
3.) Was ist euch bei den Charakteren aufgefallen, die in das Haus wohnen (oder ziehen)?
4.) Was ist euch bei den Vorgeschichten der Häuser aufgefallen?
5.) Was haltet ihr von solchen Filmen?
6.) Welche Filme falllen euch ein?
Ich erwarte von euch jetzt keine Antwort zu jeder Frage, die Fragen dienen euch und mir nur zur Gedankenhilfe. Es wäre schön, wenn eine Diskussion entstehen könnte und ihr eure Meinung zu den Filmen loswerden könntet. Vielleicht habt ihr ja Gedankensansätze, die mir helfen könnten.
Ich freue mich auch über Tipps zu Dvd´s oder Dokumentationen, in denen Regisseure oder andere Personen über die Entstehung bzw. die Architektur der Häuser spricht.
Mit freundlichen Grüßen,
Florian
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Das Haus als Akteur und Ort im Horrorfilm
Schau dir mal diesen Bereich an. Dort ist für jeden was dabei!
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01.11.2009, 19:19 #2Altair92
AW: Das Haus als Akteur und Ort im Horrorfilm
also spontan fallen mir da haus der verdammnis und tanz der teufel ein, wobei ich keinerleo erinnerung mehr an den ersten film habe. Bei tanz der teufel ist es eine einfache hütte aus holz, wo früher ein typ mit seiner frau gewohnt hat und er in dessen keller ein formel aufbewart um das böse zu rufen. So verwandel sich alle, bis auf einen in diesem haus in ich sag mal zombies.
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02.11.2009, 07:59 #3tomsan
AW: Das Haus als Akteur und Ort im Horrorfilm
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02.11.2009, 12:20 #4Jobbl
AW: Das Haus als Akteur und Ort im Horrorfilm
Das Haus der Vadammnis. Das ist son großes Anwesen(kein Schloss) in dem Menschen gestorben und verschwunden sind. Das Haus ist ziemlich groß und hat verwinkelte Gänge. Naja ist halt so en altes Anwesen mit holzvertäfelten Wänden :P Hab den Film nicht ganz gesehn, nur in der Werbung mal reingeschalten. Daher kann ich halt nich viel drüber erzähln
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02.11.2009, 12:42 #5tomsan
AW: Das Haus als Akteur und Ort im Horrorfilm
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03.11.2009, 00:26 #6Madrigale
AW: Das Haus als Akteur und Ort im Horrorfilm
Hey coole Sache, dann versuch ich mal Deine Fragen zu beantworten
0.) Was für Häuser sind es meistens, die für diese Horrorfilme benutzt werden(Architektur)? Wie sehen sie im Genauen aus? (Symmetrie etc.)
Es gibt durchaus unterschiedliche Häuser. Es gibt alles von Holzhäusern, Glasbauten, bis hin zu monumentalen Steinbauten die an Festungen oder Burgen erinnern aber in Wirklichkeit ausufernde Wohngebäude sind.
In den meisten Fällen wirkt das Haus an sich durch die Architektur schon bedrohlich (viele Giebel und Erker, massive Bauweise, sehr große Ausdehnung, mehrere Etagen, verschachtelte Räume, verdreckte oder dunkle Fassade, Wasserspeier etc.). Viele der Gebäude sind im historistischen Stil.
Oft war das Haus längere Zeit unbewohnt und ist in einem heruntergekommenen Zustand. Der Garten, wenn vorhanden ist meistens überwuchert. Die meisten Gebäude sind abgelegen oder von einem großen Grundstück umgeben.
1.) Wie wird das Haus dargestellt? (Kameraeinstellung, Licht etc.)
In den meisten Fällen wirken die Häuser sehr düster, das geht von einer sehr dunklen oder überwachsenen Fassade bis hin zu blinden Fenstern. In einigen Fällen ist die Fassade bei Tag hell erleuchtet und sieht unscheinbar aus, im Inneren sind die Räume aber düster und auch bei Tageslicht schattig. Generell sind sehr viele Schatten vorhanden. Die erste Einstellung, in der man das Haus sieht ist meistens von etwas weiter unten gefilmt (anstatt in Augenhöhe der Protagonisten), um das Gebäude noch massiver und bedrohlicher wirken zu lassen. Oft wird hier auch langsam ein Schwenk von unten nach oben gemacht, um das Gebäude noch massiver und größer wirken zu lassen. Ein weiteres Merkmal ist, dass in den meisten Filmen die Akteure in der Dämmerung oder in der Nacht ankommen und zumindest eine Nacht in dem Gebäude verbringen.
Ist ein Garten vorhanden, wird er oft stark heruntergekommen dargesellt, teils mit abgestorbenen Pflanzen und parasitären Pflanzen, die wie Spinnenweben von den toten Ästen hängen.
2.) Durch welche Mittel wird die Angst, das Unheimliche in diesen Häusern erzeugt? (Musik etc.)
Gruseleffekte sind: knarzende Dielen, viele dunkle Schatten, alte blinde Spiegel, sich von selbst öffnende Türe, flüsternde Stimmen, Zeitsprünge (Gegenwart - Vergangenheit als das Haus noch bewohnt war). Das sich Verlaufen in den riesigen Gebäudekomplexen. Verlust von Elektrizität und sich zurechtfinden müssen im Dunklen, wo alte Schnitzereien oder Gebäudedekor wie Wasserspeier fast lebendig wirken. Generell sind die Häuser nicht hell erleuchtet.
Subtile Streifen schaffen es, einem durch in der Realität mögliche Szenarien die Illusion zu rauben, dass die eigenen vier Wände sicher sind und so das Grauen durch die Realitätsnähe zu verstärken.
Des Weiteren wird die Bedrohung erst nach und nach konkretisiert um die Spannung zu erhöhen. Der Höhepunkt der Aktivität ist im letzten Drittel des Filmes angesiedelt (Showdown). Auch erfährt man erst im Laufe des Filmes die Hintergrundgeschichte, die oft mit Mord, Selbstmord, Folter oder Unglücksfälle und ähnlichem geprägt ist.
Pointiert werden Schockelemente gesetzt, die (wenn es ein guter Film ist) den Zuschauer zusammenzucken lassen (z.B. die Kaminszene mit Owen Wilson in Das Geisterschloss).
Die Musik ist oft klassisch angehaucht und von Dissonanzen geprägt. Vor allem Streicher sind oft in den Musikstücken vertreten. Einige Filme sind sehr spärlich mit Musik unterlegt. In einem Film (ich wiß leider nicht mehr welcher) wurde im Hintergrund ein permanentes Rauschen unterlegt, was man bewusst nicht hört um die düstere Atmosphäre zu verstärken.
3.) Was ist euch bei den Charakteren aufgefallen, die in das Haus wohnen (oder ziehen)?
Der Normalzustand wird nach und nach runtergenbrochen, bis es ums nackte Überleben geht. Die Personen durchlaufen mehrere Phasen. Es beginnt mit Unglauben, gefolgt von Realisation und gipfelt im Überlebenskampf. In der Regel schafft es nur ein kleiner Bruchteil der anfänglichen Gruppe lebendig zu entkommen.
4.) Was ist euch bei den Vorgeschichten der Häuser aufgefallen?
Es gibt drei dominante Szenarien:
1. etwas schlimmes ist in dem Gebäude passiert (Mord, Folter, medizinische Experimente, Unglücksfälle, Verrat, etc.) und das/die Opfer will/wollen sich rächen
2. das Gebäude ist mit einem Fluch belegt
3. ein Psychopat treibt sich in dem Gebäude um oder hat es als seinen Bau auserkoren
Die Hintergrundgeschichte ist von massiver Gewalt geprägt, meistens etwas, was moralisch nicht vertretbar ist und durch die kalte Brutalität schocken soll.
Die Geschichte wird bruchstückhaft erzählt und meist erst zum Ende des Films vor dem finalen Showdown komplett offengelegt.
5.) Was haltet ihr von solchen Filmen?
Es gibt gute und schlechte Filme (wie immer). Welche man mag hängt von den eigenen Sehpräferenzen ab. Mir persönlich gefallen Filme, die mehr von der Atmosphäre leben besser als mit Splatter und grafischer Gewalt geprägte Streifen. So finde ich z.B. Das Geisterschloss sehr gelungen und schaue ihn mir immer wieder gerne an, da hier ein Spannungsbogen langsam aufgebaut wird und die Geschichte kontinuierlich verdichtet wird. Die Effekte sind subtil und oft überraschend, und obwohl ich den Film schon mehrmals gesehen habe, überkommt mich ein leichtes Gruseln, wenn ich weiß, dass gleich wieder etwas passieren wird.
Auch finde ich japanische Filme wie Ju-On (The Grudge) oder Dark Water sehr spannend und gruselig weil sich hier nach und nach die Normalität und die Sicherheit der eigenen vier Wände auflöst und die Protagonisten sind zunehmend schutz- und wehrlos ausgeliefert.
Die Effekte sind hier nur punktuell gesetzt und man weiß selbst anfangs nicht, was eigentlich los ist. Je mehr man erfährt, desto mehr Nackenhaare stellen sich auf. Hierbei ist zu sagen, dass ich die japanischen Originale wesentlich gruseliger finde als die Remakes (The Grudge (US) ist die einzige Ausnahme, aber auch nur weil der Regisseur des Originals auch bei der US Version Regie geführt hat), da die Atmosphäre wesentlich dichter ist und auf platte Gruseleffekte weitgehend verzichtet wird (es gibt nichts schlimmeres als die eigene Vorstellungskraft).
Je besser der Film, desto später realisiert der Zuschauer das gesamte Konstrukt. So z.B. bei The Others. Man erfährt erst sehr spät, was wirklich vorgeht. Gekonnt wird der Zuschauer auf Teilfährten geführt, die einen Teil der Geschichte erzählen und das Gruseln verstärken durch das, was sie in dem Moment weiter verschweigen.
6.) Welche Filme fallen euch ein?
Viele . Ich habe sie nach Gebäudeart sortiert. Es geht Dir ja eigentlich nur um Wohngebäude, aber die zu Grunde liegenden Mechanismen sind sehr ähnlich. Evtl. kannst Du sie als Parallelen brauchen.
Wohngebäude:
Ju-On (The Grudge) - Ein verfluchtes Haus
Cold Creek Manor - Der Psychopat im eigenen Haus
Die Hand an der Wiege - Psychopatische Babysitterin will sich rächen
Blair Witch Project - Ruine eines Wohnhauses mitten im Wald
House on Haunted Hill - massives Wohngebäude, das an den Art-Nouveau Stil erinnert
Amityville Horror - Holzgebäude mit "bösen" Fenstern im obersten Stock (die Fassade ähnelt einer Fratze eines bösen Gesichts)
13 Ghosts - Glasgebäude
Das Geisterschloss - historistisches Wohngebäude, das an ein Schloss erinnert
Das Haus der Verdammnis - historistisches Gebäude, das an ein Schloss erinnert
Psycho - einsames Hotel mit düsterem Wohnhaus auf einem Hügel darüber (das Geschehen im Wohnhaus ist einer der Schwerpunkte in dem Film, daher auch in dieser Kategorie sowie in der Hotel Kategorie)
Dark Water - ein Appartment in einem Appartment Haus
The Others - ein Haus, zwei sich überschneidende Zeitebenen
Scream - wo das eigene Wohnhaus zum Alptraum wird
Poltergeist - wurde hier schon genannt
Hotels/Motels:
Identität - ein heruntergekommenes Motel bei Dauerregen
Psycho - einsames Hotel mit düsterem Wohnhaus auf einem Hügel darüber
Hostel - wie der Titel schon sagt
Shining - altes, leeres Hotel im Winter
Krankenhäsuer:
Death Tunnel - gefilmt in Waverly Hills
Session 9 - eine sich im Abbruch befindende ehemalige Irrenanstalt
Fragile - ein heruntergekommenes altes Krankenhaus
Der geheime Schlüssel - ein Hospiz in einer alten Villa in New Orleans
Andere:
House of Wax - ein altes Wachsmuseum
Into the Mirror - ein Kaufhaus nach Ladenschluss mit vielen Spiegeln
Das Phantom der Oper - monumentales Theater
Haus der 1000 Leichen - Mischung aus Tankstelle, Imbiss, Absurditätenkabinett und Geisterbahn
Düstere Legenden - ein College im historistischen Stil
So, ich denke das sollte erst einmal reichen. Viel Glück bei Deiner Hausarbeit!
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